Rheumatismus:
ein wort für viele leiden

Von Paul Musset, Apotheker | Herausgegeben am | Zuletzt aktualisiert am 23/11/2020

Rheumatismus: ein wort für viele leiden

"Rheuma" ist ein bekanntes Wort, denn angeblich sind ein Drittel der Franzosen jeden Alters von diesem Problem betroffen. Rheuma ist allerdings ein Sammelbegriff: Medizinisch gesehen handelt es sich nicht um eine bestimmte Krankheit, sondern um mehr als 200 Erkrankungen unterschiedlicher Ursache und Lage. Wie kann man sie erkennen und ihre Symptome lindern?

Degenerative rheumatische Erkrankungen

Die rheumatischen Erkrankungen betreffen die Gelenke und deren periphere Struktur (Sehnen, Bänder, Muskeln). Sie nehmen je nach Lage, Symptomen, Schweregrad oder Alter des Patienten unterschiedliche Formen an. Es gibt vier Haupttypen von rheumatischen Erkrankungen:

  • Rheumatische Knochenerkrankungen;
  • Rheumatische Erkrankungen der Weichteile (um das Gelenk herum);
  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen;
  • Verschleißbedingte (degenerative) rheumatische Erkrankungen.

Zu letzteren gehört die Arthrose, eine der häufigsten Formen der  Rheumaerkrankungen, die durch den Verschleiß des Knorpels, des Gewebes, das die Knochenenden bedeckt, entsteht. Die Arthrose ist sehr verbreitet und betrifft 10 Millionen Menschen in Frankreich. Zwar sind die älteren Menschen am stärksten betroffen, aber die Erkrankung kann in jedem Alter infolge eines wiederholten Traumas, einer Empfindlichkeit oder einer übermäßigen Belastung der Gelenke (Übergewicht, Spitzensportler....) auftreten. Sie betrifft 47 % der Menschen unter 60 Jahren, und jeder dritte Patient ist unter 40 Jahre alt.

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Wenn Schmerzen durch Entzündungen verursacht werden, die die Gelenke schädigen, spricht man von entzündlichem Rheuma oder Arthritis. Je nach Ursache und Form kann die Erkrankung chronisch oder akut sein und mehrere Gelenke betreffen. Entzündliches Rheuma hat in der Regel genetische oder umweltbedingte Ursachen und kann durch eine Autoimmunreaktion auf eine virale oder bakterielle Infektion ausgelöst werden.

  • Dies ist der Fall bei der rheumatoiden Arthritis, der häufigsten chronisch-rheumatischen Erkrankung bei Erwachsenen (1 bis 3 % der Franzosen, von denen die meisten Frauen sind). Dieser Rheumatismus betrifft vor allem die Hände und Füße.
  • Erwähnenswert ist auch die Spondylitis, die durch Schmerzen und Steifigkeit in der Wirbelsäule und im Becken gekennzeichnet ist.
  • Psoriasis-Arthritis, gekennzeichnet durch starke Müdigkeit und entzündliche Schmerzen in Verbindung mit Psoriasis.
  • Oder Gicht, die in Form eines akuten Anfalls aufgrund der Ablagerung von Kristallen in einem Gelenk, meistens im großen Zeh, verursacht wird.

Andere Arten rheumatischer Erkrankungen

Bei Schmerzen in den Bereichen um das Gelenk herum, d. h. Sehnen, Bänder, Muskeln und andere Weichteile, spricht man von rheumatischen Erkrankungen der Weichteile. Meistens hat der Patient anhaltende Muskelschmerzen. Das geschieht bei Fibromyalgie, die vor allem bei Frauen im Alter von 50-60 Jahren sehr verbreitet ist. Diese Erkrankung wird insbesondere durch eine Störung des Nervensystems verursacht.

Andere Rheumaerkrankungen beeinflussen den Knochenbau. Dies sind rheumatische Knochenerkrankungen, deren bekanntestes Beispiel die Osteoporose ist. Sie führt zu einem Abbau der Knochensubstanz und damit zu einer Erhöhung des Frakturrisikos. Besonders anfällig sind Frauen im Alter von 45-50 Jahren aufgrund von Hormonmangel wegen des Klimakteriums.

Wie manifestieren sich rheumatische Erkrankungen?

Alle rheumatischen Erkrankungen verursachen Gelenkschmerzen oder periartikuläre Schmerzen. Die anderen Symptome sind je nach Erkrankung unterschiedlich.
So klagen beispielsweise Patienten mit Arthrose über Steifigkeit oder Taubheit in den Gliedmaßen, vor allem morgens beim Aufwachen.
Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Gicht stellen Schwellungen oder Rötungen der Gelenke fest. Sie wachen oft nachts aufgrund von Schmerzen auf.
Weitere Symptome sind Druckempfindlichkeit, knirschende Gelenke, diffuse Schmerzen, Hautmanifestationen wie Psoriasis (Psoriasis-Arthritis), Schlafstörungen und Angstzustände (Fibromyalgie), Fieber (akutes Gelenk-Rheuma), Deformationen (rheumatoide Arthritis). Diese Manifestationen können manchmal sehr behindernd sein.

Diagnose und medikamentöse Behandlung

Ungeklärte Gelenkschmerzen oder funktionelle Beschwerden sollten mit einem Arzt besprochen werden. Der Arzt erstellt eine Diagnose auf der Grundlage der Angaben des Patienten (Häufigkeit und Art der Schmerzen, Umstände, Vorgeschichte usw.) und einer klinischen Untersuchung.

Diese Untersuchung kann ergänzt werden durch:

  • Bildgebendes Verfahren (Röntgenaufnahme, CT, MRT, Szintigraphie oder Ultraschall) zur Bestimmung des Zustandes der Gelenke;
  • Blutuntersuchung zum Nachweis des Vorhandenseins von Antikörpern und zur Bestätigung der Entzündung;
  • Gelenkpunktion, um nach eventuellen Kristallen oder Bakterien zu suchen.

Die medikamentöse Behandlung hängt von der Art der rheumatischen Erkrankung ab. Sie besteht aus Analgetika zur Schmerzlinderung. Dann werden bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen entzündungshemmende Medikamente oder sogar Kortikosteroide verschrieben, Antibiotika zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen mit bakterieller Ursache oder Hormonpräparate zur Verhinderung des Knochenabbaus bei Osteoporose.

Es gibt spezifische krankheitsmodifizierende Behandlungen, die das Fortschreiten bestimmter Erkrankungen verlangsamen. In manchen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, um ein Gelenk zu reparieren oder zu ersetzen, das zu stark von Arthrose betroffen ist.

Natürliche Wege zur Vorbeugung und Linderung von Rheuma

Nichtmedikamentöse Behandlungen helfen dem Patienten ebenfalls, besser mit seiner Krankheit zu leben:

  • Nahrungsergänzungsmittel sind sehr wirksam für die Wiederherstellung der Flexibilität der Gelenke und die Erhaltung ihrer Struktur;
  • Das Einreiben mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden ätherischen Öle lindert die Schmerzen, bekämpft Gichtanfälle und verlangsamt die Entwicklung von Arthrose;
  • Pflaster sind eine einfache Lösung zur Linderung von Rheuma: Wärme ist wohltuend bei Schmerzen und Steifigkeit, Kälte ist eher nützlich gegen Entzündungen.

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Außerdem sind Osteopathie und Physiotherapie ausgezeichnete Verbündete. Muskelkräftigung, Manipulation und Mobilisation der Gelenke verbessern den täglichen Komfort des Patienten.

Um akute Anfälle einzudämmen und die chronischen Schmerzen der rheumatischen Erkrankungen zu lindern, sollten auf jeden Fall einfache und wirksame Vorbeugemaßnahmen getroffen werden:

  • Gesund leben (nicht rauchen, wenig Alkohol und Koffein trinken, ausreichend schlafen und genügend Flüssigkeit zu sich nehmen);
  • Lebensmittel mit einem hohen Anteil an Antioxidantien bevorzugen (Obst, frisches und getrocknetes Gemüse, Fisch usw.) und die Zufuhr von tierischen Proteinen und Milchprodukten einschränken;
  • Sich regelmäßig Bewegung und Sport treiben, aber in Maßen (vermeiden Sie Sportarten mit Stoßbelastungen, die Verletzungen verursachen sowie Sportarten, mit zu oft wiederholten Bewegungen);
  • Übergewicht, das die rheumatischen Symptome verschlimmert, vermeiden;
  • Bequeme Schuhe im Alltag und geeignete Schuhe für den Sport tragen;
  • Auf die richtige Haltung achten, sowohl bei der Bewegung als auch im Ruhezustand.

Die rheumatischen Erkrankungen sind äußerst vielgestaltig, ebenso wie die Methoden zur Linderung der Symptome. Wenn Sie sich für sanfte und natürliche Methoden entscheiden, steht Ihnen Cocooncenter beratend zur Seite.

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Über den Autor
Paul Musset
Paul Musset
Apotheker
Als Doktor der Phamazie von der Université de Reims (Reims Universität in Frankreich), Paul Musset interessiert sich besonders für Naturheilkunde und für sportliche Ernährung. Er begleitet Sie in Ihrem "Gesundheits- und Schönheitsmagazin" und teilt mit Ihnen seine Gesundheits- und Wellnesstipps.
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