Tigerbalsam:
ein chinesisches heilmittel mit vielen vorzügen

Von Paul Musset, Apotheker | Herausgegeben am

Tigerbalsam: ein chinesisches heilmittel mit vielen vorzügen

Der vor fast 150 Jahren von einem chinesischen Kräuterkundler entwickelte Tigerbalsam ist seit langem fester Bestandteil der traditionellen asiatischen Medizin. Er wurde zunächst zur Linderung von Muskelschmerzen eingesetzt und hat sich nach und nach auch in anderen Therapiebereichen bewährt. Worin besteht sein Geheimnis? Welche Beschwerden kann er lindern? Wie wird Tigerbalsam verwendet? Wir werden es Ihnen erläutern.

Der Tigerbalsam ist eine geheimnisvolle, lindernde Creme.

Entstehungsgeschichte

Den Tigerbalsam gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts. Die chinesischen Kaiser, die über Muskelschmerzen klagten, beauftragten die Heilkundigen damit, Lösungen zu finden, die dem abhelfen konnten. Aw Chu Kin, ein chinesischer Kräuterkundiger aus Burma, versuchte eine Salbe gegen Muskelkater und andere Schmerzen herzustellen. Er experimentierte mit unterschiedlichen Kombinationen aus ätherischen Ölen. Eine seiner Kombinationen erwies sich als besonders wirksam und ihr Erfolg wurde schon bald weltweit bekannt. Das war die Geburtsstunde des Tigerbalsams.

Wie entstand die Bezeichnung "Tigerbalsam"?
Schon gewusst? Erst nach dem Tod des Erfinders wurde die Salbe "Tigerbalsam" genannt. Seine beiden Söhne erbten das Wunderrezept. Einer von ihnen, Aw Boon Haw, dessen Name "süßer Tiger" bedeutet, war sich des Potenzials des Produkts bewusst und beschloss, es unter dem heute weltweit bekannten Markennamen Tigerbalsam zu verkaufen.

Worauf basiert die Wirksamkeit des Tigerbalsams?

Kampfer und seine starke entzündungshemmende Wirkung

Kampfer, der Hauptbestandteil des Tigerbalsams, macht 25 % der Wirkstoffkombination des Produkts aus. Er wird im Rahmen eines Destillationsprozesses aus Kampferholz gewonnen, dem Holz eines asiatischen Baumes. Kampfer ist für seine zahlreichen antiseptischen und schmerzstillenden Eigenschaften bekannt. Gerade seine entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften sorgen dafür, dass durch Muskelverspannungen entstandene Schmerzen gelindert werden können.

Die Frische des Menthols hat eine abschwellende Wirkung.

Menthol macht 10 % der Inhaltsstoffe des Balsams aus. Menthol wird aus ätherischen Minzölen gewonnen und verfügt über unterschiedliche wohltuende Eigenschaften. Durch seine anästhetische Wirkung kann Juckreiz infolge eines Stiches schnell gelindert werden. In Verbindung mit Kampfer entfaltet Menthol seine abschwellenden Eigenschaften, die für die Reinigung der Bronchien von Nutzen sind. Ihm ist es auch zu verdanken, dass wir bei der Anwendung des Tigerbalsams ein Gefühl von Frische empfinden.

Nelken und ihre schmerzstillenden Eigenschaften

Nelken sind getrocknete Knospen. Dank seiner anästhetischen Eigenschaften wird Nelkenöl gerne für die Linderung von Zahnschmerzen eingesetzt. Zudem weist es eine belebende Wirkung auf, weshalb es wunderbar gegen Müdigkeit eingesetzt werden kann. Da Nelken eine sehr starke Wirkung haben, werden Sie als Öl verwendet und stellen nur einen geringen Bestandteil der Inhaltsstoffe des Tigerbalsams dar (5 % im roten Balsam, 1,5 % im weißen Balsam).

Weitere Wirkstoffe

Um die Wirkung der Salbe zu erhöhen, enthält diese zudem die folgenden Komponenten:

  • Minzöl, wegen seiner schmerzlindernden Wirkung
  • Cajeputöl, wegen seiner abschwellenden Wirkung
  • Eukalyptusöl, wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung
  • Zimtbaumöl, wegen seiner belebenden Wirkung

Schon gewusst?
Abgesehen von dieser Wirkung auf gesundheitliche Leiden erweist sich der Tigerbalsam auch in anderen Bereichen als wirksam: Er kann erfolgreich zur Bekämpfung von Termiten und als Insektenschutzmittel eingesetzt werden.

Die verschiedenen Tigerbalsamsorten und ihre wesentlichen Vorzüge

Es gibt zwei Arten von Tigerbalsam, die jeweils unterschiedlich wirken: den roten und den weißen Balsam. Welchen sollten Sie wann verwenden?

Der rote Balsam: besonders beliebt bei Sportlern

Dieser Balsam ist der bekanntere. Er setzt sich aus folgenden Inhaltsstoffen zusammen:

  • Kampfer
  • Minzöl
  • Menthol
  • Cajeputöl
  • Nelkenöl

Seine rote Farbe verdankt er dem Kajeputöl.

Der rote Tigerbalsam wird erfolgreich zur Behandlung von Muskelentzündungen und Gelenkschmerzen eingesetzt, wie Arthritis und Verspannungen.

Wir wirkt der Balsam?

Diese Wirkstoffkombination regt die Durchblutung an und setzt Energie frei. Sie entspannt die Muskeln und lindert Entzündungen in Gelenken und Sehnen (Tendinitis usw.).

Roter Tiger Balsam

Der weiße Balsam: vertreibt Erkältungen und Kopfschmerzen

Er setzt sich aus folgenden Inhaltsstoffen zusammen:

  • Kampfer
  • Minzöl
  • Menthol
  • Eukalyptusöl
  • Nelkenessenz

Dadurch, dass er Eukalyptus enthält, ist der weiße Tigerbalsam besonders wirksam bei Erkrankungen in der kalten Jahreszeit, wie Erkältungen und Husten. Die Kombination von Eukalyptus und Menthol sorgt für eine erfrischende, schmerzlindernde Wirkung. Kopfschmerzen können somit durch eine gezielte lokale Anwendung des Balsams auf den Schläfen oder der Stirn behandelt werden.

Weißer Tiger Balsam

Der grüne Balsam: Verbündeter im Kampf gegen Cellulite

Dieser Balsam ist weniger bekannt als die beiden anderen. Der grüne Tigerbalsam zeichnet sich durch eine höhere Konzentration an Kampfer und Menthol aus. In Kombination mit grünen Kräutern hat diese Zusammensetzung eine besonders entwässernde Wirkung auf die Haut. Sie ermöglicht es, gegen Wassereinlagerungen vorzugehen, und erweist sich in diesem Zusammenhang außerdem als verlässlicher Verbündeter im Kampf gegen Orangenhaut. Sie kann dazu beitragen, dass Cellulite nicht mehr so stark zu sehen ist.

Wie wird Tigerbalsam verwendet?

Die richtige Anwendung als Voraussetzung für eine entsprechende Wirkung

Die Wirksamkeit des Tigerbalsams ist ausschließlich bei richtiger Anwendung gegeben. Damit der Balsam seine Wirkung voll und ganz entfalten kann, sollte er mit kreisenden Bewegungen auf die schmerzende Stelle eingerieben werden, bis ein Wärmegefühl entsteht. Dieses zeigt an, dass das Produkt seine Wirkung entfaltet. Das darauffolgende Gefühl von Frische bestätigt, dass der Balsam richtig angewendet wurde. Bei Bedarf kann die Anwendung 2 bis 3 Mal täglich erfolgen.

Vorsichtsmaßnahmen

Sowohl der rote, als auch der weiße und grüne Tigerbalsam sind ausschließlich für die äußerliche Anwendung gedacht. Nach der Anwendung sollten Sie sich unbedingt gründlich die Hände und die Fingernägel säubern, unter denen Reste der Salbe verbleiben können. Wenn der Tigerbalsam mit Schleimhäuten in Kontakt kommt, kann dies Verbrennungen oder Reizungen nach sich ziehen.

Auch auf gereizter Haut sollte der Balsam nicht angewendet werden. Da der Balsam ätherische Öle und Kampfer enthält, ist er nicht für schwangere Frauen und Kinder unter 7 Jahren geeignet. Lesen Sie sich auf jeden Fall vor der Anwendung die in der Gebrauchsanweisung angegebenen Vorsichtsmaßnahmen durch, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Der Tigerbalsam ist somit ein natürliches Mittel, das bei unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt werden kann. Er ist sowohl bei Erkältungen im Winter zweckdienlich, als auch um zu stark beanspruchten Muskeln und Gelenken etwas Gutes zu tun.

Die drei wichtigsten Informationen zu Tigerbalsam:

  • Tigerbalsam ist ein natürliches Schmerzmittel.
  • Bereits eine sehr geringe Menge des Produkts hat eine überzeugende Wirkung.
  • Tigerbalsam sollte nicht mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen.
Über den Autor
Paul Musset
Paul Musset
Apotheker
Als Doktor der Phamazie von der Université de Reims (Reims Universität in Frankreich), Paul Musset interessiert sich besonders für Naturheilkunde und für sportliche Ernährung. Er begleitet Sie in Ihrem "Gesundheits- und Schönheitsmagazin" und teilt mit Ihnen seine Gesundheits- und Wellnesstipps.
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