Scheidentrockenheit:
wie wird sie behandelt?

Von Paul Musset, Apotheker | Herausgegeben am

Scheidentrockenheit: wie wird sie behandelt?

Viele Frauen leiden irgendwann in ihrem Leben unter Beschwerden im Intimbereich. Neben Pilzinfektionen kann es sich dabei auch um Scheidentrockenheit handeln. Warum tritt sie auf und wie kann man ihr vorbeugen? In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die Scheidentrockenheit wissen müssen.

1) Scheidentrockenheit: Erklärungen

Warum tritt die Scheidentrockenheit auf?

Die entscheidende Rolle von Östrogenen

Östrogen ist ein primäres Hormon, das die Entwicklung des weiblichen Geschlechtsorgans und der Brust regelt. Es stellt die richtige Funktion des weiblichen Fortpflanzungssystems und vor allem den Eisprung sicher.

Dieses Hormon ist auch für eine ausreichende Befeuchtung der Vagina verantwortlich. Es trägt zur Erhaltung einer ausgewogenen Scheidenflora bei und entfernt abgestorbene Zellen und schlechte Bakterien, die möglicherweise in der Vagina vorhanden sind.

Wenn die Befeuchtung nicht ausreicht, trocknet die Vagina aus, ist schneller gereizt und anfällig für ein brennendes Gefühl und Juckreiz. Das nennt man Scheidentrockenheit.

Was kann sie verursachen?

Eine verminderte Östrogenkonzentration: primärer Faktor für die Scheidentrockenheit.

Wenn die Östrogenkonzentration in unserem Körper stark abnimmt, führt dies automatisch zu einer Trockenheit im Bereich der Vagina. Dann entwickelt sich eine Scheidentrockenheit.

Dieser Hormonabfall tritt vor allem in den Wechseljahren auf. Darum leiden Frauen ab 50 oft an Scheidentrockenheit.

Jedoch kann im Leben einer Frau jederzeit der Östrogenspiegel sinken. Das passiert insbesondere in der Schwangerschaft, einer Phase, in der die Hormone gern einmal durcheinander geraten.

Weitere Ursachen für Scheidentrockenheit

Weitere Gründe für eine Scheidentrockenheit sind:

  • Bestimmte Medikamente, die Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel das Austrocknen der Schleimhäute;
  • Intimpflege mit Produkten, die für den Intimbereich nicht geeignet sind;
  • Zu starke Reibung aufgrund zu enger Kleidung;
  • Krankheiten wie Brustkrebs.

Wie erkennt man Scheidentrockenheit? Die Symptome

Die Scheidenrockenheit zeichnet sich vor allem durch unangenehme Gefühle im Vaginalbereich aus:

  • Brennendes Gefühl;
  • Juckreiz;
  • Reizungen;
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Die Diagnose einer Scheidentrockenheit kann von einem Arzt schnell gestellt werden. Dieses Leiden geht mit einer verringerten Elastizität des Scheidengewebes, farblichen Veränderungen im Bereich der Scheidenwand und in besonders schweren Fällen mit einer Atrophie des Scheidengangs einher.

Scheidentrockenheit: Welche Komplikationen können auftreten?

Das größte Risiko einer Scheidentrockenheit ist ein Ungleichgewicht der Scheidenflora.

Die Scheidenflora schützt den Scheidengang vor schlechten Bakterien. Hierfür muss sie gut ausgewogen sein. Ist dies nicht der Fall, können sich Erreger vermehren und das Auftreten einer Infektion, wie zum Beispiel Scheidenpilz, begünstigen.

Die Symptome eines Scheidenpilzes ähneln stark denen einer einfachen Scheidentrockenheit. Bei Zweifeln sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache Ihrer Beschwerden festzustellen. Ein Scheidenpilz muss richtig behandelt werden.

Eine weitere mögliche Komplikation ist vor allem psychologischer Natur, da eine Scheidentrockenheit den Geschlechtsverkehr zu einer schmerzhaften Angelegenheit macht. Das kann sich auf Ihre Beziehung auswirken.

2) Scheidentrockenheit: Was können Sie tun?

Mögliche Behandlungen

Gleitgel

Auch wenn die Scheidentrockenheit an sich nichts Ernsthaftes ist, kann sie unangenehm sein, vor allem beim Geschlechtsverkehr, der schnell schmerzhaft werden kann. Um die fehlende Feuchtigkeit auszugleichen, können Gleitmittel verwendet werden. Sie ersetzen die Funktion des Vaginalsekrets und befeuchten die Schleimhaut.

Hormonbehandlung

Um den niedrigeren Hormonspiegel zu behandeln, der vor allem in den Wechseljahren auftritt, können sich Frauen von ihrem Arzt Ersatzhormone verschreiben lassen. Diese können je nach Vorliebe der Patientin unterschiedliche Formen haben: Pflaster, Kapseln, Gel oder Tabletten.

Laserbehandlung zur besseren Befeuchtung der Vagina
Wenn die klassischen Behandlungen nicht wirksam sind und die Scheidentrockenheit sehr stark ist, können die Zellen per Laser regeneriert werden. Die trockene Schleimhaut wird dabei abgetragen und durch neue weiche und gut befeuchtete Schleimhaut ersetzt. Dies begünstigt die Sekretausscheidung und damit die natürliche Feuchtigkeit.

Scheidentrockenheit: natürliche Lösungen

Die Einnahme von Ersatzhormonen gegen einen niedrigen Östrogenspiegel wird nicht von allen Frauen vertragen. Sie entwickeln unerwünschte Nebenwirkungen (Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Reizbarkeit ...).

Um wieder ein gutes Gefühl im Intimbereich zu haben, können natürliche Lösungen helfen. Zum Beispiel:

  • Nahrungsergänzungsmittel mit Borretsch-, Nachtkerzen- oder Weizenkeimöl. Sie stärken die Elastizität und Geschmeidigkeit der Haut, vor allem im Bereich der Schleimhaut.
  • Intimgel: Um die Feuchtigkeit der Schleimhaut und ihre Geschmeidigkeit zu unterstützen, bietet Cocooncenter verschiedene Intimgels mit natürlichen Wirkstoffen in unterschiedlichen Formaten an. Sie können zwischen Einzeldosen wählen wie Vaginalgel Replens oder als Tube wie das hormonfreie Intimgel Mucogyne.

Hausmittel gegen Scheidentrockenheit: zuckerfreier Joghurt
Er enthält natürliche Fermente, die die Intimflora vor einem Ungleichgewicht bewahren. Außerdem begünstigen sie die Befeuchtung der Vagina.

Empfehlungen, um einer Scheidentrockenheit vorzubeugen

Neben den lokalen Behandlungen finden Sie hier weitere Empfehlungen, um die natürliche Befeuchtung der Vagina zu erhalten und damit eine Trockenheit zu vermeiden:

  • Angemessene Intimhygiene Die Vaginalschleimhaut ist sehr empfindlich und erfordert eine besondere Pflege mit einem speziell für diesen Bereich entwickelten Produkt. Außerdem sollte der Intimbereich nicht zu häufig gewaschen werden, um Reizungen zu vermeiden und die Vaginalflora zu schützen.
  • Nehmen Sie sich beim Geschlechtsverkehr Zeit für das Vorspiel, um eine natürliche Feuchtigkeit zu begünstigen und somit Reizungen vorzubeugen.
  • Bei wiederkehrender Scheidentrockenheit kann auch der Kleidungsstil die Ursache sein. Tragen Sie Unterwäsche aus Baumwolle und vermeiden Sie zu enge Kleidung, die zu starke Reibungen verursacht.
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Scheidentrockenheit wird von vielen Frauen oft als Schicksal wahrgenommen. Jedoch gibt es vorbeugende Maßnahmen und geeignete Behandlungen, um sich im Intimbereich wieder rundum wohlzufühlen.

Die drei wichtigsten Informationen zur Scheidentrockenheit:

  • Die Wechseljahre sind die Hauptursache für Scheidentrockenheit. Jedoch ist das nicht der einzige Faktor. Frauen können aus mehreren Gründen an Scheidentrockenheit leiden: Stress, falsche Hygiene, zu viel Sport usw.
  • Scheidentrockenheit ist kein Schicksal: Es gibt viele Mittel, um ihr vorzubeugen.
  • Ohne medikamentöse oder natürliche Behandlung kann die Scheidentrockenheit zu Komplikationen führen, sowohl zu körperlichen (Infektionen) als auch psychologischen (Auswirkungen auf das Intimleben mit dem Partner).
Über den Autor
Paul Musset
Paul Musset
Apotheker
Als Doktor der Phamazie von der Université de Reims (Reims Universität in Frankreich), Paul Musset interessiert sich besonders für Naturheilkunde und für sportliche Ernährung. Er begleitet Sie in Ihrem "Gesundheits- und Schönheitsmagazin" und teilt mit Ihnen seine Gesundheits- und Wellnesstipps.
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