Zähneputzen, eine entscheidende hygiene-geste

Von Paul Musset, Apotheker | Herausgegeben am | Zuletzt aktualisiert am 25/08/2020

Zähneputzen, eine entscheidende hygiene-geste

Wir verbringen durchschnittlich 50 Sekunden damit, unsere Zähne zu putzen ... Und nicht immer nach den Regeln der Kunst. Jedoch kann mit der richtigen Technik die Mundgesundheit viel besser erhalten werden. Wie putze ich meine Zähne richtig?

Mehr wissen über die Zähne …

Zähne sind die einzigen sichtbaren Elemente unseres Skeletts. Der sichtbare Teil ist die Zahnkrone, der Teil, der mit dem Zahnfleisch in Berührung kommt, ist der Zahnhals, und der untere Teil ist die Zahnwurzel, die im Alveolarknochen verwurzelt ist.

Der Zahn besteht aus mehreren „Schichten“: Die sichtbare Schicht ist der Zahnschmelz, ein sehr hartes Material, das zu 95 % aus Mineralien besteht. Darunter befindet sich das Zahnbein oder Dentin, das ebenfalls stark mineralisiert, aber poröser ist als der Zahnschmelz. In der Mitte des Zahns befindet sich das Zahnmark (oder die Pulpa), ein weicher Teil mit vielen Nerven und Blutgefäßen, die durch eine Öffnung (Apex) aus der Wurzel kommen.

Die Zähne zeigen sich bei Säuglingen allmählich zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Das sind die 20 provisorischen Milchzähne. Ab dem sechsten Lebensjahr werden sie nach und nach durch die bleibenden Zähne ersetzt und ergänzt. Im Allgemeinen erscheinen nach dem 18. Lebensjahr die letzten Zähne, die sogenannten Weisheitszähne. Das Gebiss ist dann vollständig und umfasst 32 Zähne.

Die verschiedenen Kategorien von Zähnen sind, angefangen von vorne, dann zu den Seiten und nach hinten gehend:

  • 8 Schneidezähne, die zum Abbeißen verwendet werden und eine Wurzel haben;
  • 4 Eckzähne zum Zerkleinern, mit einer Wurzel;
  • 8 vordere Backenzähne (Prämolaren) zum Mahlen und Kauen, mit zwei Wurzeln;
  • 12 Backenzähne (Molaren), mit zwei Wurzeln für den Unterkiefer und drei für den Oberkiefer.

Warum ist es so wichtig, die Zähne richtig zu putzen?

Mundhygiene ist unerlässlich, um die Zähne zu erhalten. Die Aufgabe der Zähne ist es, die Lebensmittel für die Verdauung vorzubereiten, sie zu mahlen und mit Speichel zu tränken, der reich an Verdauungsenzymen und Speichelamylasen ist. Sie haben auch eine Funktion bei der Modulation der Klänge unserer Sprache: Es gibt zum Beispiel dentale Laute wie „n“, „t“ und „d“, oder labiodentale Laute wie „f“, für deren Aussprache die Zähne erforderlich sind. Und sie spielen auch eine wesentliche Rolle für die Ausdruckskraft des Gesichts.

Sie müssen jedoch in der Lage sein, all diese Funktionen über Jahrzehnte hinweg zu erfüllen, da sie Tag für Tag stark beansprucht werden.

Trotz der Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes, des härtesten Materials im Körper, sind unsere Zähne empfindlich. Wenn sie nicht richtig von Speiseresten befreit werden, entwickeln sich schädliche Bakterien, vermischen sich mit Zucker, Säuren und Proteinen im Mund und bilden die berühmte Plaque. Dies führt zu bakteriellen Infektionen, die Karies oder sogar Abszesse verursachen, ganz zu schweigen von Mundgeruch (Halitosis). Wenn Plaque verhärtet und mineralisiert wird, bildet sie Zahnstein, der die Zähne vergilbt und das Zahnfleisch reizt. Eine Entzündung des Zahnfleisches wird als Gingivitis bezeichnet und kann sehr schmerzhaft sein. Wenn sich außerdem die Zähne lockern, sprechen wir von einer Parodontose.

Aber das ist noch nicht alles. Die an Zahn- und Zahnfleischentzündungen beteiligten Bakterien können in den allgemeinen Kreislauf wandern und Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen und sollen sogar der Auslöser mancher Frühgeburten aufgrund der Kontamination des Fruchtwassers sein. All das sind gute Gründe, sich die Zähne gut zu putzen!

Zähneputzen: die richtige Zahnputztechnik

Wie kann man seine Zähne wirkungsvoll putzen?

Es wird empfohlen, die Zähne zwei- bis dreimal täglich zu putzen. Die Franzosen verbringen durchschnittlich 50 Sekunden damit. Das ist nicht genug, denn erst ein Zähneputzen, das 2 bis 3 Minuten dauert, ist wirklich effektiv. Warum nicht eine Sanduhr benutzen, vor allem um die Kinder zu motivieren?

Um die nötige Dauer zu schaffen, ist es besser, sich zu organisieren. Das ist auch die beste Möglichkeit, um alle Zähne zu putzen, ohne einen zu vergessen. Man kann zum Beispiel mit den oberen Zähnen beginnen, alle Außenflächen auf der einen Seite und dann auf der anderen, und dann alle Innenflächen auf der einen Seite und dann auf der anderen, und genauso mit den unteren Zähnen verfahren. Achten Sie besonders auf die hintersten Zähne, die für die Bürste schwer zugänglich sind … aber nicht für Keime.

Tragen Sie eine kleine Menge Zahnpasta auf die nicht zu nasse Bürste auf, legen Sie die Bürste in einem Winkel von 45 Grad auf Höhe des Zahnhalses an und führen Sie drehende Bewegungen, immer von rosa (Zahnfleisch) nach weiß (Zahn) aus, um die Verunreinigungen nicht an das Zahnfleisch zu drücken. Zur Vervollständigung des Zähneputzens reinigen Sie abschließend die Zahnzwischenräume, an die die Bürste nicht herankommt, gründlich mit Zahnseide.

Was ist mit der Zunge?
Einige empfehlen, die Zunge auf allen Seiten zu bürsten, um sie von Speiseresten zu befreien. Aber ist das wirklich eine gute Idee? In der Tat sollte dies besser vermieden werden. Die Zunge ist zart und empfindlich. Sie ist mit Hunderten von Sorten nützlicher Bakterien bedeckt. An ihrer Oberfläche befinden sich die Geschmacksnerven, feine Strukturen, mit deren Hilfe Sie Geschmack wahrnehmen. Ein zu aggressives Bürsten kann die Zunge schädigen, die sich durch Speichelbildung und Reibung am Gaumen selbst reinigt.

Welche Zahnbürste soll man wählen?

Im Handel sind „harte“, „mittlere“ und „weiche“ Bürsten erhältlich. Auf jeden Fall ist es besser, eine Bürste mit weichen Borsten zu wählen, die Ihre Zähne reinigt, ohne Ihr Zahnfleisch zu schädigen. Sie sollte mindestens alle drei Monate gewechselt werden.

Für Kinder wählen Sie spezielle Bürsten mit kleinen Köpfen und ergonomischen Griffen. Es gibt viele Modelle, farbig oder mit Bildern ihrer Lieblingshelden. Die ersten Zähne von Babys können sanft mit einem Wattestäbchen gereinigt werden. Bis zum Alter von mindestens drei Jahren müssen die Zähne von einem Erwachsenen geputzt werden. Dann lernt das Kind nach und nach, es allein zu tun, aber unter der Aufsicht eines Erwachsenen, bis die richtige Technik gut erlernt ist.

Unsere Auswahl an Zahnbürsten für Kinder

Soll man eine manuelle oder eine elektrische Zahnbürste wählen? Beide sind wirksam, vorausgesetzt, dass man mit der elektrische Bürste das Zähneputzen nicht „auf die Schnelle“ macht, unter dem Vorwand, dass sie sich schnell dreht!

Unsere Auswahl an Zahnbürsten für Erwachsene

Für jede Situation die passende Zahnpasta

Die Wahl der Zahnpasta ist keine leichte Aufgabe! Sie darf nicht dem Zufall überlassen bleiben. Wie wählt man die richtige Zahnpasta?

  • „Weißmacher“-Zahnpasten enthalten optische Aufheller, die die Zähne weißer aussehen lassen oder Schleifpartikel.
  • Zahnpasten für empfindliche Zähne kräftigen den empfindlichen Teil des Zahnes auf Höhe des Zahnhalses. Sie sind sehr nützlich, wenn Sie z.B. Schmerzen bei Kontakt mit Hitze und Kälte haben.
  • Es gibt Zahnpasten, die durch ihren mentholhaltigen Duft oder ihre antibakteriellen Eigenschaften gegen Mundgeruch wirksam sind.
  • Anti-Karies- und Anti-Zahnstein-Zahnpasten enthalten in der Regel antiseptische Mittel.
  • Zahnpasten zum Schutz des Zahnfleisches wirken wie Anti-Karies- und Anti-Zahnstein-Zahnpasten: Sie wirken auf die Plaque, die Entzündungen und Zahnfleischbluten verursacht und zu Parodontitis und Lockerung der Zähne führen kann.

Unsere Auswahl an Zahnpasten für Erwachsene

Kinder sollten eine geeignete Zahnpasta haben, die nicht zu viel Fluorid enthält (weil sie das meiste davon verschlucken). Ab welchem Alter können sie Zahnpasta verwenden? Nicht vor drei Jahren. Anschließend ist eine erbsengroße Menge ausreichend.

Unsere Auswahl an Zahnpasten für Kinder

Unsere Zähne dienen uns viele Jahrzehnte lang, wir schulden es ihnen, sie gut zu pflegen. Es geht um unsere Gesundheit …und natürlich auch um unser Lächeln! Bei Cocooncenter finden Sie alles für die Zahnhygiene, um Ihre Zähne so gut wie möglich zu verwöhnen!

Drei wichtige Merkpunkte zum Thema Zähneputzen:

  • Zwei Minuten zweimal täglich sind ein Minimum, um Ihre Zähne gesund zu halten;
  • Eine Zahnbürste mit weichen Borsten, eine hochwertige, auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Zahnpasta, Zahnseide und die richtige Technik: Das ist alles, was Sie brauchen;
  • Denken Sie daran, einmal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen, um Probleme frühzeitig zu erkennen.
Über den Autor
Paul Musset
Paul Musset
Apotheker
Als Doktor der Phamazie von der Université de Reims (Reims Universität in Frankreich), Paul Musset interessiert sich besonders für Naturheilkunde und für sportliche Ernährung. Er begleitet Sie in Ihrem "Gesundheits- und Schönheitsmagazin" und teilt mit Ihnen seine Gesundheits- und Wellnesstipps.
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